
Laut KOFA-Bericht fehlen mindestens 35.000 Pflegefachkräfte. Trotz einiger Bemühungen der Politik in den vergangenen Jahren, bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte zu schaffen, klafft nach wie vor zwischen Angebot an offenen Stellen und Nachfrage eine Lücke. Die Untersuchung wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durchgeführt.
Das KOFA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) ist eine Einrichtung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und zugleich ein vom Bundeswirtschaftsministerium unterstütztes Projekt. Das Kompetenzzentrum soll Unternehmen dabei helfen, Fachkräfte zu finden, zu binden und zu qualifizieren. “Pflegeberufe besonders vom Fachkräftemangel betroffen” – unter diesem Titel wird im KOFA-Bericht der Fachkräftemangel in der Pflege näher unter die Lupe genommen.
KOFA-Bericht – Mangelsituation hat sich deutlich verschärft
Untersucht wurde die Situation bei den Berufen in der Altenpfleger/innen sowie der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Die Zahl der offenen Stellen hat in diesen Bereichen seit 2011 kontinuierlich zugenommen und ist von rund 40.000 im Jahr 2011 auf über 57.000 in 2021 gestiegen. Im Unterschied zu anderen Branchen hat das Pandemie-Geschehen die Zahl offener Stellen kaum beeinflusst. Das wird damit erklärt, dass auf der einen Seite ein erhöhter Pflegekräftebedarf wegen mehr Patienten bestanden hat, auf der anderen Seite aber auch weniger Pflegekräfte benötigt wurden, weil pandemie-bedingt Einrichtungen geschlossen wurden oder nicht arbeiten konnten. Beide Effekte haben sich gegenseitig in etwa aufgehoben.
2020 gab es in Deutschland etwa 1,48 Mio. Beschäftigte in Pflegeberufen. 62 Prozent besaßen eine fachbezogene abgeschlossene Berufsausbildung. 6,4 Prozent wurden wegen (mindestens) einer zusätzlichen Fortbildung als Experten oder Spezialisten eingestuft. Rund 30 Prozent der Beschäftigten sind Pflegehelfer/innen. Die Zahl qualifizierter Fachkräfte hat in der Gesundheits- und Krankenpflege seit 2013 um 65.000 zugenommen, in der Altenpflege um mehr als 54.000 Beschäftigte. Trotz dieser positiven Entwicklung hat sich der Fachkräftemangel im Pflegebereich verschärft.
Aktuell können rund 35.000 Pflegestellen in Deutschland nicht besetzt werden, weil es an entsprechend qualifizierten Fachkräften fehlt. Davon sind 31.500 offene Stellen für ausgebildete Pflegefachkräfte, 1.880 Stellen für Pflegeexperten und 1.700 Stellen für Pflegespezialisten. 2011 lag die Fachkräftelücke noch bei 19.200, Mitte 2018 bei 34.800. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Situation damit deutlich verschärft. Die größte Lücke besteht bei Fachkräften in der Altenpflege mit über 17.000 nicht besetzten Stellen, in der Gesundheits- und Krankenpflege fehlen 14.000 Pflegefachkräfte.
KOFA-Bericht – Pflegeberufe dringend attraktiver machen
Das Problem dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, da der Pflegebedarf bedingt durch die Alterung der Gesellschaft und die höhere Lebenserwartung weiter steigen wird. Der KOFA-Bericht fordert vor diesem Hintergrund, Pflegeberufe müssten attraktiver werden. Neben einer angemessenen Bezahlung gehe es auch um bessere Arbeitsbedingungen, mehr Flexibilität und digitale Unterstützung für den Arbeitsalltag.
Passende Stellenangebote für Pflegekräfte
Wer aktuell noch nach passenden Stellenangeboten im Bereich Pflege sucht, findet bei Medi-Karriere eine große Auswahl, beispielsweise Jobs für Krankenpfleger/innen, Stellenangebote für Altenpfleger/innen und Kinderkrankenpflege-Jobs.
1. Pflegeberufe besonders vom Fachkräftemangel betroffen, www.iwkoeln.de (Abrufdatum: 07.12.2021)
2. www.kofa.de/ueber-uns (Abrufdatum: 07.12.2021)