Die Ausbildung zum/-r Fußpfleger/in eröffnet nahezu jedem, der nach einer Ausbildungsmöglichkeit sucht, die Chance auf eine faszinierende und gesellschaftlich bedeutsame berufliche Laufbahn. Gepflegte Füße sind nicht nur in den Sommermonaten gefragt, sondern tragen auch langfristig dazu bei, das Risiko von verschiedenen Fuß- und Nagelerkrankungen zu minimieren.
Details zur Ausbildungsdauer, den üblichen Tätigkeiten, den Aussichten für die berufliche Zukunft und den zu erwartenden Verdienstmöglichkeiten können in unserem Ratgeber eingesehen werden.
Was macht man als Fußpfleger/in?
Fußpflegerinnen und Fußpfleger übernehmen die Pediküre und Pflege von gesunden Füßen und Fußnägeln. Im Volksmund werden sie oft auch als Kosmetik-Fußpfleger bezeichnet. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, diesen Berufszweig von der medizinischen Fußpflege, auch als Podologie bekannt, zu unterscheiden. Podologen/-innen sind spezialisiert auf die Behandlung von geschädigten Füßen, Fußnagelerkrankungen und Abnormitäten. Während die kosmetische Fußpflege darauf abzielt, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern und die Ästhetik zu verbessern, liegt der Schwerpunkt der medizinischen Fußpflege auf der Gesundheit und der Behandlung von Fußproblemen. Fußpflegerinnen und Fußpfleger spielen eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung der Fußgesundheit und tragen dazu bei, dass Menschen schmerzfrei und bequem gehen können.
Wie läuft die Ausbildung als Fußpfleger/in ab?
Die Ausbildung zur Fußpflegerin oder zum Fußpfleger erfolgt in der Regel als Weiterbildung an privaten Kosmetikschulen und Akademien in Form von Lehrkursen. Die Auswahl an Kursen und die Qualitätsstandards können stark variieren, daher ist es ratsam, sorgfältig nach Weiterbildungseinrichtungen zu recherchieren, um sicherzustellen, dass die Ausbildung den eigenen Anforderungen und beruflichen Zielen entspricht.
Unternehmerische Fähigkeiten
Selbstständige Fußpfleger/innen müssen neben ihren handwerklichen Fähigkeiten auch unternehmerische Fähigkeiten wie Buchführung und Marketing beherrschen.
Voraussetzungen für die Weiterbildung
In der Regel setzt man voraus, dass eine abgeschlossene Schulausbildung, mindestens auf Hauptschulniveau, vorhanden ist. Die Weiterbildung zur Fußpflegerin oder zum Fußpfleger erfolgt in der Regel an spezialisierten Schulen oder Bildungseinrichtungen. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen und der Ablauf der Weiterbildung können von Schule zu Schule unterschiedlich sein.
Dauer und Aufbau der Weiterbildung
Die Dauer der Ausbildung variiert, dauert jedoch in der Regel bis zu drei Monate. Sie kann in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend absolviert werden und beinhaltet sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Ausbildungsteil. Die Ausbildung schließt in der Regel mit einer erfolgreichen praktischen und schriftlichen Prüfung ab.
Inhalte der Weiterbildung als Fußpfleger/in
Die Inhalte der Ausbildung können je nach Ausbildungsanbieter variieren, dennoch gibt es in der Regel gemeinsame Kernthemen, die in die Schulung integriert sind. Hier ist eine Übersicht über typische Ausbildungsinhalte:
- Unterschiede zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege: grundlegendes Verständnis der Differenzen zwischen kosmetischer Fußpflege und medizinischer Fußpflege.
- Fußanatomie: Erlernen der Anatomie der Füße, einschließlich Knochen, Muskeln und Strukturen.
- Hygienekunde: Praktiken und Protokolle für eine sichere und hygienische Arbeitsumgebung.
- Sterilisation und Desinfektion: Wichtige Verfahren zur Sterilisation und Desinfektion von Werkzeugen und Ausrüstung.
- Pediküre inklusive Feiltechniken sowie Nägel kürzen und lackieren: Praktische Fähigkeiten für die Pediküre, Nagelpflege und das Auftragen von Nagellack.
- Hornhaut und Hühneraugenentfernungen: Techniken zur sicheren Entfernung von Hornhaut und Hühneraugen.
- Infektionskrankheiten und Infektionsschutz: Verständnis von Infektionskrankheiten und Schutzmaßnahmen in der Fußpflege.
- Geräte- und Instrumentenkunde: Kenntnisse über die verschiedenen Werkzeuge und Instrumente, die in der Fußpflege verwendet werden.
- Fuß- und Unterschenkelmassage: Grundlegende Massagetechniken für die Entspannung und das Wohlbefinden der Kunden.
- Fußbäder: Verwendung und Anwendung von Fußbädern zur Vorbereitung der Fußpflege.
- Wirkstoffkunde: Kenntnisse über Produkte und Wirkstoffe, die in der Fußpflege verwendet werden.
- Gesetzliche Vorschriften: Einblick in die relevanten gesetzlichen Regelungen und Vorschriften im Bereich der Fußpflege.
Was verdient man in der Weiterbildung?
Die Ausbildung erfolgt rein auf privater Ebene, weshalb keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Es fallen aber Kursgebühren an. Je nach Ausbildungsumfang, -dauer und Ausbildungseinrichtung betragen diese 250 Euro bis 2.500 Euro.
Passt die Weiterbildung als Fußpfleger/in zu mir?
Vor Einschreibung für die Ausbildung sollten sich Interessenten Gedanken machen, ob es ein Beruf ist, den sie langfristig erfolgreich ausüben und lange Freude haben können. Deshalb sollten die eigenen persönlichen Eigenschaften genauer ins Visier genommen werden. Diese geben Aufschluss darüber, ob der Beruf zu einem passt oder nicht.
Die Tätigkeit als Fußpfleger/in könnte die richtige Wahl sein, wenn:
- Interesse an der Gesundheit und Pflege der Füße und Nägel besteht
- Freude an der Arbeit mit Menschen vorhanden ist
- eine gewisse körperliche Geschicklichkeit und Feinmotorik für präzise Behandlungen und Anwendungen gegeben ist
Auf der anderen Seite könnte die Tätigkeit als Fußpfleger/in nicht die richtige Wahl sein, wenn:
- kein Interesse an Fußpflege besteht
- Schwierigkeiten mit körperlicher Nähe oder der Betreuung von Füßen anderer Menschen bestehen
- die berufliche Rolle nicht mit den persönlichen Interessen oder beruflichen Zielen in Einklang steht
Wie sieht der Berufsalltag als Fußpfleger/in aus?
Der Berufsalltag von Fußpflegern und Fußpflegerinnen umfasst in der Regel typische Aufgaben, die hauptsächlich mit der Betreuung der Kunden verbunden sind, aber auch Vor- und Nachbereitungen einschließen. Dies beinhaltet die professionelle Durchführung von Pediküren, die Pflege und Verschönerung der Fußnägel, die Entfernung von Hornhaut und Hühneraugen, sowie die Anwendung von Fußmassagen zur Förderung des Wohlbefindens der Kunden. Die sorgfältige Planung und Organisation der Arbeitsmaterialien sowie die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen sind ebenfalls wichtige Aspekte dieses abwechslungsreichen Berufsfelds.
Auch Soft Skills entscheiden
Neben den formalen Anforderungen für die Weiterbildung als Fußpfleger/in, sollte man auch passende persönliche Eigenschaften und Interessen mitbringen. Persönliche Stärken, wie eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, Geschick, Kontaktfreude und Sorgfalt, sind in diesem Beruf essenziell.
Aufgaben als Fußpfleger/in
Die täglichen Aufgaben bestimmt der Bedarf der Kunden/-innen. Grundsätzlich umfasst der Arbeitsalltag aber Routineaufgaben.
Aufgabe | Inhalt |
Beurteilung des Pflegebedarfs und Beratung | Anhand des Haut- und Nagelzustandes eines/-r Kunden/-in erkennt ein/e ausgebildete/r Fußpfleger/in den Pflegebedarf und erforderliche Maßnahmen für die Fußnägel. Diesbezüglich berät er/sie die Kunden/-innen, um bestmögliche Ergebnisse für gepflegte Füße zu erzielen |
Fuß- und Nagelpflege | Zum täglichen Geschäft zählen die Fuß- und Nagelpflege: Fußbäder, Nagelreinigung, Fußmassagen auch bis einschließlich den Unterschenkeln, Feilen, Hornhaut- und Hühneraugenentfernungen bis hin zu Anwendungen von Pflegeprodukten |
Hygienestandards sicherstellen | Ein wesentlicher Arbeitsbereich liegt bei der Hygiene. Instrumente und Apparate sind nach und im Idealfall vor einer Fußpflege zu säubern und zu desinfizieren. Dazu gehört der Umgang mit entsprechenden Chemikalien und gegebenenfalls Desinfektionsanlagen. Behandlungsstühle, Fußbecken und der nähere Behandlungsbereich sind ebenfalls nach jedem Kunden/-in zu reinigen und zu desinfizieren. Je nach Verbrauch gehört auch das tägliche Waschen von Handtüchern zu den Aufgaben im Berufsalltag |
Equipment kontrollieren | Vor jeder Behandlung ist das erforderliche Equipment, wie elektrische Feilen und Hornhautentferner, auf den einwandfreien Zustand sowie die störungsfreie Funktion zu überprüfen. Defekte Geräte stellen ein erhöhtes Risiko für Verletzungen während einer Fußpflege dar |
Administrative Aufgaben | Neben dem Kassieren von Fußpflegeleistungen und Terminvergaben fallen insbesondere für selbstständige Fußpflegedienstleistung auch die Buchhaltung mit Kostenbilanzen und Produkt- sowie Zubehörbestellungen an |
Wo kann man als Fußpfleger/in arbeiten?
Hier sind einige mögliche potenzielle Arbeitgeber und Arbeitsstellen:
- Spa- und Wellness-Betriebe
- Kosmetik- und Schönheitssalons
- Alten- und Pflegeheime
- Krankenhäuser und Reha-Kliniken
- Sportvereine und Fitnesszentren
- Fußpflege-Kliniken
- Selbstständig mit eigenem Fußpflegestudio
Diese Arbeitgeber bieten Fußpflegern und Fußpflegerinnen eine breite Palette von Beschäftigungsmöglichkeiten in verschiedenen Einstellungen, sei es in der Wellness-Branche, im Gesundheitswesen oder als selbstständiger Dienstleister.
Fußpfleger/in Stellenangebote
Arbeitszeiten als Fußpfleger/in
Im Angestelltenverhältnis liegen die Arbeitszeiten in der Regel zwischen 10:00 Uhr und 20:00 Uhr oder 21:00 Uhr. Den größten Kundenanteil von Fußpflegern und Fußpflegerinnen machen Frauen und Männer bis ins zu einem Alter von etwa 65 Jahren aus. Da sich darunter zahlreiche Berufstätige befinden, sind Arbeitszeiten in den Abendstunden und auch samstags üblich.
Als mobiler oder mobile Fußpfleger/in sind die Arbeitszeiten zwar selbst zu bestimmen, aber aus oben genannten Gründen arbeiten die meisten in der Fußpflege überwiegend von Nachmittag bis in die späten Abendstunden. Je nach Kundenaufkommen und -verfügbarkeit sowie dem persönlichen Arbeitseinsatz kann auch das gesamte Wochenende als Arbeitszeit anfallen.
Was verdient man als Fußpfleger/in?
Was in der selbstständigen kosmetischen Fußpflege zu verdienen ist, hängt von der Kundenanzahl, den Leistungen, den eigenen Preiskalkulationen und den Betriebskosten ab.
Das Gehalt von angestellten Fußpflegern/-innen liegt deutschlandweit bei 2.286 Euro brutto im Monat (40-Stunden-Arbeitswoche). 25 Prozent der Berufstätigen verdienen weniger als 2.082 Euro brutto. Bei 25 Prozent dieses Berufsstands liegt das Gehalt über 2.491 Euro brutto.
Welche Berufsperspektiven hat man als Fußpfleger/in?
Die kosmetische Fußpflege bietet aufgrund des steigenden Bedarfs gute Berufsperspektiven. Zudem bildet die Ausbildung die Basis für lukrative Weiter- und Fortbildungen sowie den Einstieg für die medizinische Fußpflege.
Weiterbildung und Fortbildung
Nach der Ausbildung für die kosmetische Fußpflege stehen einige Weiter- und Fortbildungen zur Auswahl. Durch diese steigen die Gehaltsaussichten.
- Weiterbildung zum/-r Nageldesigner
- Weiterbildung und Spezialisierung auf Fußreflexmassagen
- Fortbildung zum/-r Manikürist/in
- Ausbildung zum/-r staatlich anerkannten/-e Podologe/-in
Berufsperspektiven und Zukunftsaussichten
Die Füße gehören zu den am stärksten beanspruchten Körperteilen, die idealerweise ein ganzes Leben lang halten sollten. Aus gesundheitlichen und ästhetischen Gründen schätzen immer mehr Menschen jeden Alters gepflegte Füße, die sie durch professionelle Pediküre und ein Wellnessprogramm zur Fußentspannung erhalten können. Dies schafft ausgezeichnete berufliche Möglichkeiten und Zukunftsaussichten sowohl im Angestelltenverhältnis als auch in der Selbstständigkeit für Fußpflegerinnen und Fußpfleger. Die steigende Nachfrage nach Fußpflegeleistungen unterstreicht die Bedeutung dieses Berufsfelds und eröffnet vielfältige Chancen.
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